Der sanfte Wirtschaftsweg – Teil 36 – Brauchen wir Fast Fashion?

29. Mär 2021Alexandra Willhalm
Der sanfte Wirtschaftsweg – Teil 36 – Brauchen wir Fast Fashion?

Brauchen wir regelmäßig, brauchen wir ständig neue Kleidung? Brauchen wir möglichst viel neue Mode? Benötigen wir immer preisgünstigere Fashion? Immer billigere Mode? Und das in jeder Saison? Sobald es wieder neue Mode gibt? Sind wir uns der Auswirkungen unseres Konsumverhaltens eigentlich bewusst? Brauchen wir Fast Fashion?

Jährlich werden 56 Millionen Tonnen Kleidung verkauft. Influencer*innen und Neuromarketing lassen den Absatz steigen. Doch die schnelle und billige Mode hat einen hohen Preis. Die Kehrseite der Medaille dieser Fast Fashion sind schlecht bezahlte Arbeiter*innen und eine desaströse Umweltbilanz. Immer kürzere Lebenszyklen dieser Mode und immer schnellere Verkäufe von noch mehr Billigkleidung hinterlassen ihre Spuren bei Menschen und Umwelt. Durch niedrige Preise, ist es möglich, ständig neue Mode zu kaufen und das für jedermann. Der Anteil dieser Wegwerfkleidung hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen und dominiert den Markt. Durch dauerhaft niedrige Preise ist diese Mode jeder Zeit austauschbar. Teilweise werden diese Kleidungsstücke von ihren Käufer*innen nicht mal getragen oder wenn dann nur ein oder zwei Mal. Diese Mode ist bequem von zuhause aus zu bestellen und zumeist kostenlos zurückzusenden. Die Paketzustellungen machen 10 Prozent des gesamten Schadstoffausstoßes des gesamten Verkehrs aus. In jeder dritten Zustellung liegt ein Online Modeartikel. Die ökologischen Auswirkungen sind verheerend. Die Textilindustrie ist die Branche mit der zweitschlechtesten Umweltbilanz. Die aus Holzfasern gewonnene Viskose – der Lieblingsstoff der Fast-Fashion-Hersteller – wird als umweltfreundliche Alternative verkauft. Doch bei der Erzeugung dieses Gewebes kommen zahlreiche Chemikalien zum Einsatz. Dies führt zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden bei den Arbeiter*innen, aber auch bei den Menschen, die in der Nähe der Fabriken wohnen, wie beispielsweise im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Vier Millionen Tonnen Textilien landen in Europa jedes Jahr in der Mülltonne. Von den Altkleidern wird nur knapp ein Prozent recycelt. Ist das etwa nachhaltig? Sind nicht wir Konsument*innen verantwortlich für diese Entwicklung? Sollten wir nicht vielmehr bei der Auswahl unserer Produkte, auf Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen unseres Konsums achten? 

(Quelle: vgl. Fast Fashion – Die dunkle Welt der Billigmode, auf Arte, https://www.arte.tv/de/videos/089135-000-A/fast-fashion-die-dunkle-welt-der-billigmode/ abgerufen am 29.03.2021)

Wie sehen Sie das? Schreiben Sie mir gerne zu diesem Thema. Ich freue mich auf Ihre Nachricht. Ihre Alexandra Willhalm

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2Kommentare

  • Silke
    31.03.2021 21:42 Uhr

    Hallo, ich bin der Meinung, dass wir beim Kaufen von Kleidung nicht danach gehen sollten was "in" ist, sondern danach, was zu uns passt. Wenn man sich in seiner Kleidung wohl fühlt kann man die auch über mehrere Jahre hinweg tragen. Dann kommt es auch nicht auf den Preis an und man kann darauf achten, dass die Kleidung menschenwürdig hergestellt wurden.
    Eine tolle Idee finde ich auch Second-Hand-Läden.
    Auch Kinder brauchen keine neuen Klamotten. Es ist ihnen egal solange die Eltern Ihnen nicht vorleben, dass man immer das neueste haben muss. Man tut den Kindern sogar etwas Gutes damit, da die giftigen Chemikalien dann schon herausgewaschen sind.

  • Alexandra Willhalm
    01.04.2021 09:43 Uhr

    Vielen Dank liebe Silke, für deinen Beitrag. Da stimme ich dir zu. Es ist in jedem Fall sinnvoll, Kleidung mehrfach und längerfristig zu tragen. Auch das Thema Second-Hand ist ein Punkt, auf dem sich aufbauen lässt. So können wir es vermeiden, Kleidung einfach wegzuwerfen.

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